Presse
 
 
 
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echo-online.de schrieb am 09.08.2007

Neues Zuhause für ungeliebte Pferde
Gnadenhof: Der Verein „Equimundi“ ermöglicht abgeschobenen Tieren einen artgerechten Lebensabend

TREBUR. Eigentlich sollten sie alle beim Pferdemetzger landen. Ein Gaul hinkte, bei dem anderen passte die Farbe nicht in ein Vierergespann. Doch auf dem Gnadenhof „Equimundi“ in Trebur haben alle Pferde unabhängig der Tragödien, die sie begleiteten, ein neues Zuhause gefunden. ...

Enthusiasmus und Passion gehören wohl dazu, um hart verdientes Geld für Pferde auszugeben, um sie vom Schlachter freizukaufen. Genau das machen die drei Gründer des am 1. Juli 2006 eröffneten Gnadenhofes „Equimundi“. Der Name kommt aus dem Latein und bedeutet „Welt der Pferde“. Die Tierschützer Cora Poschen und das Ehepaar Anke und Martin Kugies riefen im April mit 18 Gründungsmitgliedern den gemeinnützigen Verein „Gnadenhof Equimundi“ ins Leben.

Während Cora Poschen den Ponys Gizmo und Sammy durchs Haar streichelt, beginnt sie mit zeitweise stockender Stimme, über den Beginn des Gnadenhofs, seine Entwicklung und die Schicksale der Pferde zu reden.

Ihre Liebe zu Pferden habe sie von ihrem Großvater geerbt, der im Zweiten Weltkrieg in Schlesien die Rasse Trakhener züchtete. „Sie wurden im Krieg alle als Reitpferde eingezogen.“ Schon als Kind ritt Poschen viel in ihrer damaligen Heimat in der Eifel auf Pferden von Nachbarn und wechselte schließlich zum Turniersport. Schließlich wurde reiten zur Freizeitbeschäftigung.

Anke Kugies kam über den Tierschutz zur Rettung von Fohlen. Cora Poschen und Anke Kugies lernten sich vor einem Jahr in einem Pferdestall in Trebur kennen, wo beide merkten, dass sie bereits unabhängig voneinander mit zwei Organisationen zur Pferderettung und Schlachtfohlenhilfe zu tun hatten, woher sie ihre Pferde bezogen. Die Frauen entdeckten Parallelen und suchten einen gemeinsamen Weg zur Rettung von Pferden vor dem Schlachthof.

„Uns wurde rasch klar, dass sich diese Idee in einem konventionellen Reitstall nicht verwirklichen lässt.“ Auch nicht finanziell, denn die Einstellkosten für ein Pferd betragen monatlich zwischen 200 und 300 Euro. Sie hatten die Idee, eine eigene Offenstallanlage zu pachten. Nach erfolgreichen Verhandlungen im Juni vergangenen Jahres wurde der Gnadenhof Equimundi eröffnet. Anfangs beherbergte der Hof nur vier Pferde des Ehepaar Kugies und von Poschen und drei Pensionspferde. Doch die Funktion des Gnadenhofes sprach sich herum und viele Leute brachten ihre alten Tiere dorthin. Teilweise übernahmen die Eigentümer des Gnadenhofes die Tiere für einen Euro.

Manches Pferd wurde auch freigekauft. Einige Tiere wurden dem Gnadenhof durch das Veterinäramt vermittelt. Durchschnittlich zahlten die Eigentümer des Gnadenhofes 1000 Euro pro freigekauftes Pferd.

Anke Kugies ist der Kopf des Gnadenhof-Trios. Ihre Buchführungskenntnisse kommen dem Hof zu Gute. „Wir können leider nicht alle Tiere vor dem Schlachter retten“, so Poschen. Sie überfliegt täglich Internet-Seiten zum Thema und schaut sich um, welches Tier es zu retten lohnen gilt.

Mit gebrochener Stimme schildert sie nun die Schicksale einiger Tiere. Da ist beispielsweise „Attila“ aus dem Westerwald, ein bayrischer Warmblüter. Im Alter von sechs Monaten sollte er auf einen Schlachttransport nach Italien, weil er für die Zucht uninteressant war. „Das Problem ist, dass die Züchter beim Schlachter mehr Geld für das Tier bekommen, als wenn sie es ohne Zuchtpapiere an jemand anderen abgeben.“ Ein noch erschütternderes Beispiel liefert „Wodka“, das 15-jährige russische Warmblut. Er war bereits beim Schlachter, als ihn Mitarbeiter des Gnadenhofs im Internet entdeckten und für 1200 Euro kauften. Zunächst sei das Tier auf dem Gnadenhof lethargisch gewesen und fraß nichts mehr. Als die Besitzer des Gnadenhofes seinen Tod erwarteten, rappelte sich das Tier plötzlich auf. Eine Anfrage der Gnadenhof-Besitzer bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ergab, dass Wodka ein international erfolgreiches Kutschenpferd war. Eine Anfrage beim ehemaligen Besitzer ergab, dass Wodka im Schlachthof gelandet war, weil er schwarz und seine Schnauze braun ist und er somit nicht in ein reinrassig schwarzes Vierergespann passt. „Da bleibt mir die Luft weg“, so Poschen.

Die Ponys Gizmo und Sammy kaufte sie von einem Pferdesammler, der 20 verwahrloste Pferde auf einer Weide hielt. Bei Sammy waren die Hufe so lang, dass er nur noch auf den Knöcheln laufen konnte. Ein drittes, damals gerettetes Pony namens Linde überlebte den Wechsel auf den Gnadenhof nicht. Seine Organe waren durch falsche Ernährung derart zerstört, dass es starb.

Dann ist da noch Cash, der 16-jährige Trabermix aus einem Zirkus, der wegen artistischer Einlagen und Sehnenverletzungen und – fehlstellungen nicht mehr geritten werden darf. Er hat noch gut 14 Jahre Lebenserwartung vor sich. Ponys werden älter als 30 Jahre, wie der 38 Jahre alte „Moritz“ auf dem Hof zeigt. Er lebt seit einigen Jahren in trauter Zweisamkeit mit der Stute „Wendy“.

Der Gnadenhof vermittelt nur Gesellschaftspferde für andere Tiere. Der Hof mit zurzeit 32 Pferden und einem festen Stamm aus sieben ehrenamtlichen Helfern finanziert sich durch Spenden sowie durch Geld, das er aus acht Pensionsplätzen mit einer langen Warteliste einnimmt.

Carmen Erlenbach
9.8.2007

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echo-online.de schrieb am 02.02.2007

Auch Fohlen sind von der harten Auslese betroffen

TREBUR. An Überproduktion und Wegwerfmentalität hat man sich lange gewöhnt. In den 70er Jahren sorgten Butterberge und Milchseen für Aufregung. Auch dass technische Geräte, vom Toaster bis zum TV-Gerät, heute meist gegen ein neues Gerät ersetzt und nicht repariert werden, ist längst Alltag. ...

Eine ähnliche Problematik besteht beim Handel mit Tieren. Darauf weist die Initiative „Equimundi“ hin. Betroffen sind nicht nur Streicheltiere, wie Kaninchen und Meerschweinchen, Hunde und Katzen, sondern auch Pferde. Wohin mit einem Tier, das niemand mehr haben will? Kleine Haustiere kommen mit etwas Glück ins Tierheim, bei Pferden ist es nicht so einfach. Die ungeliebten Tiere kommen in der Regel zum Schlachter. Finanzielle Not des Eigentümers kann dafür ebenso ein Grund sein, wie die Tatsache, dass die Tiere nicht mehr den Anforderungen ihres Halters entsprechen.

Neben ausgedienten Turnierpferden trifft es auch Fohlen. Tiere, die nicht zur Zucht oder für den Verkauf geeignet sind, werden aussortiert. Besonders betroffen sind Tiere aus der Überproduktion von Stutenmilchfarmen oder als Zuchtüberschüsse bezeichnete Pferde. Immer öfter landen deshalb auch junge Pferde und Fohlen mit kleinem Schönheitsfehler beim Schlachter. Besonders betroffen sind unter anderem die robusten und bei Kindern beliebten Haflinger-Pferde, sowie die Rassen Noriker und Freiberger. Die Anzahl der Schlachtpferde dürfte allein in Deutschland im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen. Pferdemärkte gibt es unter anderem in Maishofen in Bayern, wo auch Schlachtpferde gehandelt werden. Abnehmerländer für Pferdefleisch sind vor allem Italien, die Schweiz, Belgien und Tschechien. Besonders Fohlenfleisch gilt dort vielen Konsumenten als Delikatesse.

Private Initiativen versuchen verstärkt, Pferde vor dem Schlachter zu bewahren und sie freizukaufen. Rund 1000 Euro kostet es, die Pferde vor ihrem Tod zu bewahren. Für den Schlachter ein gutes Geschäft, denn der Kaufpreis für das lebende Tier ist immer so hoch wie der Preis für ein fertig geschlachtetes Pferd. Wer sich für die Arbeit dieser Vereine und Vereinigungen interessiert, der findet weitere Informationen im Internet unter www.equimundi.de und www.schlachtfohlenhilfe.de. „Equimundi“ ist außerdem über die Rufnummer (01520) 4752847 zu erreichen.
miw
2.2.2007

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echo-online.de schrieb am 02.02.2007

Eine Welt für ungeliebte Pferde "Equimundi"
Privatinitiative betreut Tiere, die eigentlich für den Schlachthof bestimmt sind – Bewegung und Heu

TREBUR. Attila fühlt sich wohl. Vergnügt tobt der kleine Hengst über die Weide zu seiner neuen Herde in Richtung Heuraufe. Dass Attila überhaupt noch lebt, hat er der Privatinitiative „Equimundi“ – lateinisch für Welt der Pferde – zu verdanken. ...

Denn eigentlich war er für den Schlachter bestimmt.

So wie er wurden dreizehn weitere Pferde und sieben Ponys von „Equimundi“ vom Schlachter oder aus schlechter Haltung auf den außerhalb von Trebur in Richtung Steindamm gelegenen Hof Ehrbusch gerettet. Die Gründer der Initiative sind Martin und Anke Kugies, sowie Hartmut Schmidke. Sie werden regelmäßig von Cora Poschen sowie zahlreichen anderen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. „Natürlich ist unsere Arbeit ein Tropfen auf den heißen Stein“, macht sich Cora Poschen keinerlei Illusionen. Folgerichtig werden auch keine alten oder todkranken Pferde vor dem Abdecker bewahrt, sondern nur Tiere mit längerer Lebenserwartung.

Dass die seit Juli vergangenen Jahres arbeitende Initiative funktioniert, verdankt sie allein dem ehrenamtlichen Engagement. Oft helfen ganze Familien. Während die Eltern etwa den Platz in Ordnung halten kümmern sich die Kinder um die Pferde. Viele haben Patenschaften für einzelne Tiere übernommen, schließlich kostet auch hier ein Pferd rund 250 Euro im Monat Unterhalt. Ob Sachspenden oder handwerkliche Unterstützung, auf dem Hof ist jede Hilfe willkommen. Über den Tag verteilt kümmern sich rund zehn Leute um die Pferde. Denn neben den geretteten Tieren sind auch ganz normal untergestellte Pensionspferde zu betreuen.

Vor dem Schlachter bewahrte Neuankömmlinge werden zunächst vom Tierarzt betreut, entwurmt und zunächst in einer separaten Box gehalten, damit sich der Neue und die anderen Pferde aneinander gewöhnen können.

Die Pferde, vom 160 Kilo leichten Pony bis zum eine Tonne schweren Kaltblüter ist alles vertreten, sind in einem Offenstall untergebracht. Die Tiere können über ihren Auslauf daher selbst entscheiden. Die Laufgänge und Weiden sind artgerecht, zwischen der Heuraufe und der frostsicheren Tränke liegen absichtlich einige Meter, damit die Tiere sich bewegen müssen. Da sie ständig im Freien sind, tragen die Pferde ein Winterfell. Fellpflege betreiben die Tiere weitestgehend von allein untereinander in der Herde.

Bei den Ponys fällt die kleine Stute „Sammy“ sofort ins Auge. Dass es dem nur circa 80 Zentimeter großen Pony heute wieder gut geht ist alles andere als selbstverständlich. Denn als dass niederländische Minipferd auf dem Hof ankam, war es ungepflegt und litt an einer Erkrankung der Hufe.

Erst Tierarzt, Hufschmied und viel Zuwendung konnten das Tier wieder aufpäppeln. Bei ihrer vorherigen Besitzerin handelte es sich um einen so genannten „Animal Horder“. Der neudeutsche Ausdruck ist eine Bezeichnung für Menschen, die Tiere horten. In Sammys Fall hatte die vorherige Halterin auf ihrem Grundstück zwanzig Pferde und zwanzig Hunde angesammelt.

Die Initiative „Equimundi“ arbeitet momentan daran, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. So waren bereits Kindergärten zu Besuch, und eines der Tiere wurde in der Weihnachtszeit als „Nikolauspony“ eingesetzt. In den kommenden Osterferien werden die Kinder der Ferienspiele einen Erlebnistag bei „Equimundi“ verbringen. Für dieses Jahr hat die Initiative außerdem ein Hoffest geplant.

Michael Wielan
2.2.2007

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my-trebur.de schrieb am 23.01.2007

Viele Pferde haben in der letzen Zeit ihr neues Zuhause in Trebur gefunden. Der Pferdehof Equimundi bietet vielfältige Möglichkeiten für die Vierbeiner und ihre zweibeinigen Zeitgenossen. Der Hof in Trebur entspricht dem Konzept der ursprünglichen Pferdehaltung. Offenstallhaltung der Pferde entspricht der eigentlichen robusten Lebensweise der Pferde. ...

Die Tiere entscheiden selber, ob Sie sich im geschützten Stallbereich aufhalten, im Futterbereich, im Tränkenbereich oder auf den Weiden. Das gesamte Gelände ist sehr weitläufig angelegt. Somit bekommen die Tiere auch die notwendige Bewegung. Den ganzen Tag leben die Pferde im Herdenverband und genießen die Möglichkeit, ihren Tag selber zu gestalten. Dies hat für den Pferdebesitzer viele Vorteile. So muss man nicht jeden Tag vor Ort sein. Es entsteht ein ideales Miteinander für Mensch und Tier.

Abgerundet wird das Angebot von Equimundi durch einen Ponyhof für Kinder Jugendliche und Behinderte. Hier wird nicht einfach nur Reitunterricht erteilt, sondern komplette Früherziehung geboten. Die Kinder und Jugendlichen lernen den Umgang mit den Tieren kennen. So können sie auch Verantwortung übernehmen und das richtige Durchsetzen mit Motivation und Lob erlernen. Die Kinder können das Pony putzen, die Hufe machen, lernen mit Sattel und Trense umzugehen und vieles mehr. Schon ab drei Jahren besteht die Möglichkeit mit Mini Shetlandponys den Kleinsten die Arbeit mit Vierbeiner schmackhaft zu machen. Doch auch für Erwachsene bietet Equimundi vielfältige Möglichkeiten. In dem großzügigen Gelände kann man die Tiere erleben. Ausritte sind bis zum Rheinufer möglich.
Derzeit leben über 20 Pferde der verschiedensten Rassen in dem Hof. Mit welchem Idealismus die Initiatoren von Equimundi ans Werk gehen, ist schon daran zu sehen, dass sie regelmäßig Pferde vom Schlachter retten. Viele Gnadenbrot Pferde haben ihr Zuhause auf diesem Hof gefunden. So wurde unter anderem der kleine Attila vor wenigen Wochen aufgenommen. Das damals völlig verstörte junge "Pferdekind" wartete schon auf seinen Schlachttermin. Jetzt kann er sich zu einem munteren Mitglied der Equimundi Herde entwickeln.

Der Hof ist einfach zu finden. Von Trebur aus Richtung Rhein finden sie auf der rechten Seite den Pferde- und Ponyhof für Groß und Klein.
(red)

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